1 LandRover, 1 Hund, 2 Menschen, 18 Länder, 30.000km, 90 Tage Abenteuer.
Seit über einem Jahr planen wir an unserer großen Reise durch Russland, der Mongolei und Zentralasien. Und doch wird die Zeit zum Ende hin verdammt knapp. Was ist die richtige Antwort auf die häufig gestellte Frage nach dem Stand der Vorbereitung? Tausend Dinge sind erledigt; und doch fehlt noch soviel. Der Versuch eines Sachstandsberichtes.

Papiere: Der mühsame und nicht ganz preiswerte Prozess der Visa-Beschaffungen ist abgeschlossen. Die internationalen Papiere wie Führerscheine und Fahrzeugpapiere liegen ebenso bereit wie die notwendigen Versicherungspapiere, die Impfausweise, eine größere Anzahl Passbilder und und und… Apropos Impfpapiere: seit Wochen läuft der Impfmarathon mit allen Unannehmlichkeiten, die so mancher Impfstoff mit sich bringt. Und was ist mit dem Hund? Die Impfungen sind durch und die erforderlichen Dokumente der Tita-Bestimmung kommen hoffentlich in den nächsten Tagen aus dem Labor. Und zwei Tage vor Abreise steht noch ein Besuch beim Amtsveterinär des Kreises an. Es bleibt also bis zu letzten Tag spannend. Der für die Reise unabdingbare EU-Heimtierausweis kommt so langsam an seine Kapazitätsgrenzen. Von allen Dokumenten fährt ein Satz Kopien mit, einer liegt zuhause in unserem Backoffice (also bei den Kindern) und zur Not liegen alle Dokumente auch noch digitalisiert und verschlüsselt in einer Cloud. Vollmachten und Patientenverfügungen sind aktualisiert und notariell beglaubigt, Testamente geschrieben. Na ja, vorbeugen ist halt wichtig. Zurück kommen wir aber trotzdem ;-). Die KFZ-Versicherung verliert ihre Gültigkeit, sobald wir den europäischen Kontinent verlassen. Hier heißt es in jedem Land: Abschluss einer eigenen Versicherung. Das wird ein Spaß.

Der Landy: eine letzte Testtour zur Abenteuer Allrad nach Bad Kissingen hat noch so einige kleinere Probleme offenbart, an denen zur Zeit noch rumgedoktert wird. Gestern wurden die (fast) letzten Reparaturen durchgeführt. Die Beleuchtung wurde komplett auf LED umgestellt, satte Drucklufthörner verbaut, 2 Türen repariert. Freunde der britischen Ingenieurkunst wissen, dass ein Defender nie ganz fertig ist. Trotz neuer Dichtungen, Reifen, Stoßdämpfer, Achsen und Mitnehmer, Warn-Winde, komplett überarbeiteten Innenausbau, Zusatztanks und unzähligen ausgetauschten Kleinteilen ist jeden Tag irgendetwas zu tun. Letzte Woche ist ein (vor 2 Monaten neu eingebautes) Türscharnier gebrochen und gestern hatte Marion einen Türgriff in der Hand. Das lässt hoffen für die Reise.

Die Ausrüstung: egal wie groß ein Auto ist, es ist immer zu klein. Zwei Schaufeln, ein High-Lift-Wagenheber, die Sandbleche sowie Wasser- und Dieselkanister wurden außen verbaut. Die Werkzeugausrüstung wurde komplettiert: erforderliche zöllige Schlüssel und Nüsse, Akkuschlagbohrmaschine und Reifenreparaturwerkzeug; so manche Werkstatt wäre wohl neidisch. Die Ersatzteilvorhaltung beschränkt sich aufgrund von Gewichts-, Platz- und Kostenproblemen auf einige Kraftstoff- und Luftfilter sowie ein paar Dichtungen, Schrauben und sonstige Kleinteile. Gesamt können wir bis zu 160 Liter Diesel, 100 Liter Wasser und 10kg Gas mitführen. Das sollte mit Ausnahme Usbekistan, wo es faktisch keinen Diesel mehr zu kaufen gibt, reichen. Unseren Strom machen wir dank Solarmodulen selbst. Wir sind somit für durchschnittlich 1000 Kilometer und bis zu 2 Wochen völlig autark. Der einzig limitierende Faktor ist das Wasser. Die „Erste-Hilfe-Ausstattung“ wurde umfassend unter anderem mit Sam-Splints, Stiffneck und Tourniquet erweitert. Und Marion kann mir nun problemlos selbst bei abgerissenen Gliedmaßen das Leben retten. Glaube ich… Die Zusammenstellung der Medikamente für Mensch und Hund war eine besondere Herausforderung, denn je nach Land dürfen bestimmte Medikamente oder Wirkstoffe nicht eingeführt werden. Für die Lebensmittelversorgung wird nur eine Notration mitgeführt. Überwiegend werden wir uns auf heimischen Märkten etc. versorgen wollen.

Die Dokumentation: wir werden versuchen, die Reise möglichst umfassend zu dokumentieren. Hierfür stehen neben einer Nikon-Spiegelreflexkamera mit Wechselobjektiven noch eine Dashcam, eine GoPro-Actioncam und zwei I-Phones zur Verfügung. Wo immer möglich werden wir versuchen, eine lokale Sim-Karte zu beschaffen.Für alle Fälle haben wir noch eine internationale Datenkarte dabei. Wenn wir Netz haben, wird dieses über eine  entsprechenden WLAN-Hotspot auf unsere Geräte verteilt.

Wie könnt ihr uns folgen:

  • hin und wieder werden wir auf dieser Homepage möglichst aktuell berichten. Wer möchte, kann sich per email über jeden neuen Beitrag in Kenntnis setzen lassen.
  • aktueller sind wir auf Instagram und Facebook unterwegs. Die Links findet ihr unten auf dieser Homepage
  • die Reiseroute wird von FindPenguins getrackt. Immer, wenn wir Netz haben, wird dort der bisherige Reiseverlauf auf einer Karte visualisiert. Auch hier findet ihr den Link unten auf der Seite.
  • und wenn mal einige Zeit nichts kommt: ey, wir haben Urlaub ;-).

 

Die letzten Tage: wir sind beide bis zum letzten Tag vor der Abreise noch voll berufstätig. Das macht es nicht einfacher. Eine größere Abschiedsparty wird gerade vorbereitet, einige kleinere Beschaffungen stehen noch an, die letzten Papiere werden zusammengestellt, die Seilwinde muss noch repariert werden. Zwei Tage vor Abreise kommt noch das WDR-Fernsehen zu Besuch. Arztbesuche, u.a. beim Amtsveterinär stehen auch noch an. Irgendwie sieht es hier noch aus wie auf einem Schlachtfeld, aber das wird. Und am 19.07.2019 um 08:00 Uhr morgens verabschieden wir uns mit einem letzten Tröten aus unseren Drucklufthörnern von unserer Familie, unseren Nachbarn und Freunden. Auf zum Abenteuer unseres Lebens (oder irgendwie so).

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