Sobald wir von unserer Art zu reisen berichten, werden insbesondere Marion immer wieder die gleichen Fragen gestellt. Wie macht ihr es mit den Klamotten und der Verpflegung? Ist das nicht zu gefährlich? Und alles mit Hund? Das ist doch verrückt.

Marion hat einmal einige Dinge aus ihrer Sicht zusammen geschrieben:

„Ich möchte ein bisschen über die Dinge des alltäglichen Lebens auf Reisen erzählen, die hier zu Hause für uns selbstverständlich und völlig unproblematisch sind.

Kommen wir als erstes zur Kleidung.

Da gibt es nicht viel zu zu sagen. Man braucht auf solchen Reisen nicht viel. Staubig sind die Sachen schon nach spätestens 2 Stunden. Frische wird eh überbewertet.

Wichtig ist eigentlich nur: funktionell und schnell trocknend.

Die Problematik: was ziehe ich heute an? Nicht dasselbe Outfit wie gestern? Gibt es nicht!

Gut, man hat halt auf fast jedem Foto immer das Gleiche an, aber was soll es! Das ist so unwichtig! Und das ist auch gut so!

Lebensmittel:

Nein, wir nehmen nicht für 3 Monate Lebensmittel mit.

Man mag es nicht glauben, aber in vielen Ländern Zentralasiens gibt es Supermärkte oder kleine Lädchen, wie bei uns früher die Tante-Emma Läden. Da geht man an die Theke und sagt oder zeigt, was man braucht.

Ansonsten besucht man die Märkte in den Dörfern oder kauft den Bäuerinnen am Straßenrand ab, was die gerade so an Gemüse verkaufen.

Bei uns kommt das dann meist in die Tajine, die wir uns im letzten Jahr aus Marokko mitgebracht haben. Sehr einfach, sehr empfehlenswert! Ich habe mittlerweile auch eine für das Ceranfeld zu Hause.

Natürlich haben wir immer eine Notration an Lebensmitteln dabei, damit es kein Problem gibt, falls wir aufgrund einer Panne liegenbleiben für 2-3 Tage. Oder aber wir uns spontan entscheiden, hier bleiben wir, ohne erst die nächste Einkaufsmöglichkeit zu suchen.

Da wird dann auch eher Wasser zum Problem, der Körper hat ja noch Reserven, die kann er auch gerne mal in Anspruch nehmen. Ist nicht schlimm!

Für mich gab es 2 Probleme, die ich noch lösen musste, bevor wir wieder eine wirklich lange Reise antreten.

  1. Gutes Brot

Natürlich gibt es überall auf der Welt Brot, in den unterschiedlichsten Kulturen eine andere Art von Brot. Sehr lecker! Aber nicht zu vergleichen mit unseren vollwertigen Broten aus der Brotnation schlechthin.

Deshalb wäre es schön, so ab und zu mal eine Scheibe Vollkornbrot genießen zu können.

Aufgrund von Platz- und Gewichtsproblemen haben wir uns dagegen entschieden, unseren klappbaren Gasgrill mitzunehmen.

Als wir vor vielen Jahren mit dem eigenen Auto durch Indien gereist sind, hatten wir

Dosenbrot dabei. Das gibt es natürlich heute auch noch. Aber ehrlich gesagt, habe ich den Geschmack noch immer auf der Zunge. Leider keine Option mehr, zumindest für mich.

Die Lösung: Der Backofen der Firma Omnia, Schweden. Das ist quasi ein spezieller Topf mit Einsätzen, in dem man Brot backen oder auch Aufläufe machen kann. Der wird jetzt noch mit einem Backthermometer nachgerüstet, fertig!

Ich rieche schon den Duft frischgebackenen Brotes irgendwo in der mongolischen Steppe durch unsere Wohnkabine ziehen.

  1. Wäsche waschen

Da meine ich jetzt nicht die große Wäsche so alle 2-3 Wochen. Entweder findet man eine Wäscherei oder Frauen, die sich gerne Geld verdienen. Ansonsten gibt es natürlich – die meisten werden es kennen – die Reisewaschmaschine! Verschließbare wasserdichte Kiste, morgens Waschmittel, Wäsche und Wasser rein,

8 Std Wellblechpiste, abends ausspülen und aufhängen, fertig.

Nein, mir geht es hier alle paar Tage um ein bisschen Unterwäsche und Socken, das Wasser ist knapp und die große Kiste ist natürlich außerhalb der großen Wäsche gefüllt mit irgendwelchen Sachen, um den Platz zu nutzen. Jedes Mal ausräumen ist keine Option! Leere Kiste mitnehmen? Zu wenig Platz!

Zu dieser Problematik bekam ich einen Tip von einer Lehrgangskollegin.

Der Wäschesack! Wasserdichter Kunststoffsack, klein und leicht zusammenrollbar von der Firma  Scrubba! Von innen ähnlich wie früher das Waschbrett und auslaufsicher verschließbar. Super für wenig Wäsche und wassersparend.

Ach so, und noch etwas!

Nein, wir haben keinen Fernseher dabei! Noch nie! Selbst als die Kinder noch mitgereist sind! In erster Linie haben wir uns! Außerdem sind die Abende meist gefüllt mit Hund bespaßen, Auto und Motor checken, Tagebuch schreiben, Fotos sichten und speichern, Route für den nächsten Tag planen, Reparaturen durchführen, kochen, abwaschen, Reiseführer lesen. Denn je nach Jahreszeit sind die Tage ja auch schon kurz.

Und wenn dann noch Zeit ist und man nicht zu müde ist von den Eindrücken und Erlebnissen des Tages, dann liest man halt doch noch ein Buch oder löst zum Entspannen mal ein Rätsel.“

 

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